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Gute Kindermusik im Radio: der Klangohr CD-Test jeden ersten Mittwoch im Monat in Kakadu/Deutschlandradio Kultur

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Mammut1 Gansegeier
Steinzeitmenschen

Steinzeitklänge
die ältesten Musikinstrumente der Welt
Manuskript, Interviews und Produktion: Rüdiger Bischoff - Mannheim
Redaktion: Claudia König-Suckel, Deutschlandradio Kultur - Berlin
Sprecher: Stefan Schiebelhut - Frankfurt
Kinderreporter: Benita, Moritz und Tobias - Mannheim

Interviewpartner: Friedrich Seeberger, Experimentalarchäologe (1938-2007) - Stefanie Kölbl, Kustodin - Urgeschichtliches Museum Blaubeuren Barbara Spreer: Museumspädagogin - Urgeschichtliches Museum Blaubeuren - Wulf Hein, Archäotechniker - Dorn-Assenheim

Musik von: Martin Bürck, Höhlenkonzert - Bernadette Käfer, Knochenklang - Klänge aus der Steinzeit (Verlag der Österreichsiche Akademie der Wissenschaften) - Friedrich Seeberger, Klangwelten der Altsteinzeit (Urgeschichtliches Museum Blaubeuren, ein Projekt des Nationalen Geoparks Schwäbische Alb) - Jean-Luc Hérelle, Dinosaurier-Stimmen (Edition AMPLE

Geisenklosterle HohleFels SchwanenknochenElfenbeinflote Gansegeierknochenflote2

Schwanenknochen-, Mammutelfenbein- und Gänsegeierknochen Flöte

Geisenklösterle

Hohle Fels

Als kleiner Bub habe ich in Schelklingen auf der schwäbischen Alb meine Kindheit verbracht. Dort ging ich in Kindergarten und Grundschule, später dann auf das Gymnasium in Blaubeuren. Wenn wir mit den Fahrrädern auf Tour waren, dann sind wir manchmal am Freibad vorbei den 'Hohler-Fels-Weg' entlang geradelt bis wir vor der Höhle standen. Und manchmal trauten wir uns auch hinein ins Dunkle. Damals war die Höhle noch frei zugänglich. Wer von uns hätte geahnt, dass unter der Erde 35 - 40.000 Jahre alte Kostbarkeiten schlummern, die den 'Hohle Fels' weltberühmt machen würden. Inzwischen verschließt ein dickes Eisentor den Eingang der Höhle, die als einer der bedeutendsten Fundplätze der Altsteinzeit in Mitteleuropa gilt.

Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie eine Sendung der TV-Serie 'Graf Yoster gibt sich die Ehre' vor und im Hohle Fels gedreht wurde und Graf Yosters schicker Rolls-Royce vor dem Eingang parkte.

1977 begannen die archäologischen Ausgrabungenm und im September 2008 wurde dann die Venus vom Hohle Fels entdeckt. Eine etwa sechs Zentimeter hohe, aus Mammut-Elfenbein geschnitzte Venusfigurine.
Im selben Jahr wurde eine fast vollständig erhaltene Gänsegeierknochenflöte gefunden.
Die beiden bedeutendsten Funde aus dem Hohle Fels.

Stefanie Kölbl vom Urgeschichtlichen Museum in Blaubeuren erzählt, dass erste Stücke einer Schwanenknochenflöte bereits 1973 im 'Geisenklösterle', einer nur wenige Kilometer entfernten Höhle bei Blaubeuren, gefunden wurden. Ca. 1995 konnte die Flöte mit weiteren Fundstücken komplettiert werden. Zwischen 1974 und 1979 wurden dort die ersten Teile einer Mammutelfenbeinflöte gefunden, die 2001 als solche identifiziert werden konnte. Die Gänsegeierknochenflöte aus dem Hohle Fels war noch so gut erhalten, dass man sie bei ihrem Fund 2008 sofort als Musikinstrument erkannte.

Etwas 'steinzeitlich' ging es allerdings schon immer zu in unserem Städtle, damals. Wir gingen in konfessionell getrennte Schulen. Das Schulgebäude der 'Katholen' war um ein vielfaches größer als das der 'Evangelen'.
Die waren am Ort zahlenmäßig unterlegen, was zur Folge hatte, dass vier Grundschulklassen in einem Klassenzimmer von einer Lehrerin unterrichtet wurden. An Fasnacht freuten wir uns gemeinsam - 'Katholen' und 'Evangelen' -
über Sirgho und seine Familie. Die begleiteten uns während der närrischen Zeit bis Aschermittwoch. Keulen hatten die Sirghos dabei aber keine Knochenflöten. Schade eigentlich. Aber, na klar, Familie Sirgho sind Neandertaler. Dass die den Musikinstrumentenbau betrieben hätten ist bislang nicht nachgewiesen. Aber wer weiß, was der Hohle Fels noch so alles zu Tage fördert.

Im Jahre 2003 erfuhr ich in Mannheim zufällig von den Musikinstrumentenfuden auf der Schwäbischen Alb und besuchte Friedrich Seeberger, der damals noch in Ulm, ganz in der Nähe des Aachtals wohnte. Er stellte mir seine Arbeit als Experimental-Archäologe vor und zeigte auf seinem Nachbau der Schwanenknochenflöte, wie man mit dieser Flöte spielen kann. Zwei Jahre später trafen wir uns noch einmal in Radolfzell am Bodensee und unterhielten uns über den neuesten sensationellen Fund, die Mammut-Elfenbein Flöte. Viele O-Töne aus diesen Interviews sind in der Sendung zu hören. Friedrich Seeberger starb viel zu früh im Jahre 2007 im Alter von 69 Jahren, noch bevor die Gänsegeierknochenflöte im Hohle Fels gefunden wurde.

Ich wünsche ein erquickliches Hörvergnügen.

Rüdiger Bischoff
23. April 2014

SirghoInternet
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Friedrich Seeberger spielt auf seinem Nachbau einer Mammut Elfenbeinflöte.

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Die Venus vom Hohle Fels.

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Sirgho-Vater mit Kind und Keule.
Schelklinger Fasnachtshelden erinnern an die Höhlenbewohner des Hohle Fels

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Fachkundige Informationen gibt es über das Urgeschichtliche Museum in Blaubeuren www.urmu.de
und die Museumsgesellschaft Schelklingen
www.kannemanns.com/der-hohle-fels

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